Grebeg Sahur
Am 15 Oktober haben sind etwa 40 oder 50 Studenten von der Psychologie Fakultät getroffen. 15 Oktober? Achja! Mitten im Rammadhan. Das Weihnachten der Muslime. Wird kommerziell, medial ebenso maßlos ausgeschlachtet. Naja, das nur nebenbei. Während des einmonatigen „Events“ wird also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder gegessen noch getrunken. Auch nicht gestritten, Sex gehabt oder ähnliche Dinge. Außerdem endlos gebetet. Grundsätzlich betet der Muslim ja 5 mal am Tag. Morgens gegen 4, um 11.30, um 14.30, um 17.30 und um 19 Uhr. Man will ja auch was lernen wenn man einen Blog liest ne. Und da man Tagsüber nicht essen kann wacht man während des Rammadhan etwa gegen halb 3, 3 Uhr auf und geht essen. (Habe ich übrigens auch gemacht, nur dass ich um diese Zeit meißtens sowieso noch wach war.) Diese Mahlzeit wird Sahur genannt. Und was haben wir jetzt damit am Hut? Jedes Jahr organisieren die Studenten der Psycho-Fakke also einen Grebeg Sahur (Essens-Spende für das Sahur/Nachtmahlzeit). Jeder Teilnehmer und alle die es wollen spenden etwas Geld und man kauft Essen. Etwa 100 bis 200 Portionen. Dann haben wir uns abends gegen 6 versammelt und erstmal gegessen. Dann wird geklönt und gegen 8, 9 Uhr geht’s los. Wir sind mit etwa 15 Autos durch die Stadt gefahren und haben jedem der bedürftig aussah eine Mahlzeit gegeben. Das hat etwa 2 bis 3 Stunden gedauert und war eine lustige Autokolonne. Ziel war ein Mädchenwaisenhaus. Im Versammlungsraum haben wir dann Teppiche ausgelegt und Essen und Trinken für alle verteilt. Um halb 3 haben die Mädels von uns dann die Mädchen aufgeweckt. Großes Trara und um 3 waren dann alle im Raum versammelt. Erstmal wurde gebetet und dann gegessen. Dann geklönt und dann noch Gruppenfotos geschossen. Und als die Mädels meinen Namen wussten und ich einige meiner Java Sprachfetzen zu Beweis gestellt hatte waren alle Dämme gebrochen. Ich war nicht mehr Roman Grochol sondern Robbie Williams. Im Übertragenen Sinne natürlich. Die Mädels wurden völlig hysterisch, haben geschrien und an mir gezerrt. Echt lustig. Gegen 5 haben wir Sack und Pack wieder in den Autos verstaut und sind zur Masjid Agung Al-Akbar gefahren. Die größte Moschee in Ost Java. Echt beeindruckend und so früh morgens trotzdem so lebhaft wie ein Ameisenstaat. Ich habe mich auch mal reingeschlichen. Sehr beeindruckend von innen. Riesige wunderschön ausgeschmückte Hallen. Zwei Teile. Hinten Tausende in weiß eingeschleierte Frauen und vorne die Männers. Schön patriarchalisch das Ganze. Während des Gebets wurde ich dann jedoch höflich aufgefordert die Moschee zu verlassen. Habe dann also draußen mit den wenigen Christen aus unserer Truppe gewartet. Gegen 6 sind wir dann alle völlig erschossen in verschiedene Richtungen nach Hause gebrettert. War ein schönes Erlebnis.
assaLamuallaikum (gesprochen Sallam Malaikum, dürfte einigen ja doch bekannt sein)



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